Feilschen
In Deutschland wird die Möglichkeit zum Feilschen und Handeln von privaten Abnehmern kaum genutzt, obwohl es gesetzlich erlaubt ist. Vor allem im Handel wurde dies durch gründliche Mitarbeiterschulungen verhindert. Auf Flohmärkten, beim Autokauf oder Privatverkäufen ganz allgemein haben aber auch wir eine Feilsch- und Handelskultur für Endverbraucher aufgebaut. Natürlich sind Handelsabsprachen und Preisverhandlungen im Geschäftsbereich schon immer üblich gewesen.
In Kenia ist dies ganz anders: Überall gibt es die in Europa selten anzutreffenden fliegenden Händler. Sie sind an jedem Ort, vor allem in den größten Städten und den Touristenzentren, zu finden und versuchen mit ihren Waren ihr Glück bei den Touristen. Es ist aber auch für Kenianer völlig normal, bei diesen Händlern einzukaufen, allerdings mit dem Unterschied, dass Feilschen für die Einwohner zum Alltag gehört und sie sich nicht „hochhandeln“ lassen, im Gegensatz zu den Touristen, die sich meist in einer völlig neuen Situation befinden.
Auch auf den vielen Märkten gehört Feilschen dazu. Im Zusammenhang damit sollte man sich darüber im Klaren sein, dass wenige Euro in Kenia fast schon ein Vermögen sind und die Händler und Marktleute oft um 30 bis 50 Prozent herunterzuhandeln sind, da sie vorher für deren Niveau überteuerte Preise ansetzen.